Petition Zukunftsfähige Stadtentwicklung in Winterthur

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GLP lanciert Petition «Zukunft Stadtentwicklung – Bundesrat muss Infrastrukturprojekte in Winterthur höher priorisieren»

Petition der Winterthurer Bevölkerung an den Schweizer Bundesrat
Betreff: Zukunftsfähige Stadtentwicklung in Winterthur – Korrektur der Priorisierung zentraler Infrastrukturprojekte im ETH-Bericht «Verkehr ’45»

Sehr geehrte Mitglieder des Bundesrats
Sehr geehrter Herr Dr. Albert Rösti

Die Unterzeichnenden dieser Petition fordern den Bundesrat auf, die Priorisierung der Winterthurer Stadtentwicklungsprojekte aus dem ETH-Bericht «Verkehr ’45» zu überdenken. Diese Projekte sind nicht nur für Winterthur als sechstgrösste Schweizer Stadt strategisch bedeutend, sondern überregional relevant für die Entwicklung des gesamten Kantons Zürich sowie der Ostschweiz. Die Unterzeichnenden bitten um ein klares Bekenntnis des Bundes zur:

1. Verlegung der A1 in den Autobahntunnel
Der Tunnel für den geplanten Sechsspurausbau der A1 im Raum Winterthur-Süd, wie im kantonalen Richtplan vorgesehen, würde mehrfach grossen Nutzen bringen: Flächen für Wohn- und Arbeitsnutzungen würden geschaffen, die Verkehrskapazitäten erhöht, Ausweichverkehr und Stau in der Stadt vermindert, Emissionen reduziert und eine Renaturierung des Stadtflusses Töss ermöglicht. Ohne den Autobahntunnel bliebe die Entwicklung von Winterthur Süd blockiert.

2. Entwicklung des Bahnhofs Grüze Nord
Der geplante Bahnhof Grüze Nord hat die tiefste Priorität 6 erhalten, weil der Bund keine Unterlagen vorlegte. Das zeigt ein gravierendes methodisches Problem: Die Priorisierung erfolgte nicht auf Basis der städtebaulichen Relevanz, sondern aufgrund formaler Verfügbarkeit von Dokumenten. Grüze Nord ist essenziell für die Erschliessung des Entwicklungsgebiets Neuhegi und die volle Funktionalität der neuen Leonie-Moser-Brücke als Knotenpunkt zwischen den Stadtkreisen Oberwinterthur und Seen. Winterthur Grüze und Neuhegi sind als ehemaliges Sulzer-Areal und aufgrund ihrer Nähe zum Flughafen Zürich ideal für Wirtschaftsansiedlungen. Ohne die Stärkung des ÖVs wird die wirtschaftliche Entwicklung gehemmt.

3. Modernisierung des Bahnhofs Oberwinterthur
Auch die Einstufung der Modernisierung des Bahnhofs Oberwinterthur als Projekt mit Priorität 4 verkennt dessen Bedeutung. Der «Masterplan Bahnhof Oberwinterthur» prognostiziert für Oberwinterthur ein starkes Wachstum. Die bestehende Infrastruktur ist schon heute an ihrer Kapazitätsgrenze und ein barrierefreier Zugang von Neuhegi her nicht möglich. Winterthur verfügt als einzige Schweizer Grossstadt nicht über Tram oder Metro. Umso mehr sind die Bevölkerung und die Wirtschaft auf das SBB-Netz angewiesen, um das Entwicklungspotential im urbanen Rückgrat zu verwirklichen.
Die Winterthurer Bevölkerung zählt auf Ihre Unterstützung – für eine vernetzte und lebenswerte Stadt mit Zukunftsperspektiven.