GLP befürworten eine vorausschauende Stadtpolitik
Die Grünliberalen begrüssen es, dass im neuen Richtplan die gesamte raumwirksame Entwicklung in einem umfassenden Werk zusammengetragen wurde. Sie haben sich sehr aktiv im gesamten Prozess von der Vernehmlassung, der Kommissionsarbeit bis zum heutigen Entscheid im Parlament eingebracht. Dabei wurden zahlreiche Anträge, welche am 13. April 2026 ausnahmslos angenommen wurden, gestellt und aktiv im Austausch mit anderen Parteien an guten Lösungen gearbeitet.
Unsere Stadt wächst, ob wir es wollen oder nicht. Wir haben nun die Wahl, diese Entwicklung zu steuern, oder sie einfach geschehen zu lassen und dann im Nachgang immer wieder ungewünschte Entwicklungen zu flicken. Die Grünliberalen sind entschieden für vorausschauendes Handeln.
Wirtschaft stärken dank definierter Arbeitsplatzgebiete
Vor rund 10 Jahren haben die Grünliberalen mit ihrer Initiative «schaffe und wohne z’Winterthur» auf das einseitige Wachstum der Stadt im Bereich Wohnen im Verhältnis zur Entwicklung der Arbeitsplatzzahlen hingewiesen. Die Notwendigkeit von mehr Arbeitsplätzen ist nun in den neuen Richtplan eingeflossen und mit entsprechenden Zielen unterlegt worden. Es wird aufgezeigt, in welchen Teilen der Stadt Verdichtung stattfinden soll und wo insbesondere das Wachstum von Arbeitsplatzgebieten vorgesehen ist. Das urbane Rückgrat entlang von Bahnhöfen spielt da eine wichtige Rolle.
Erfolgreiche GLP-Anträge für Netto Null: Stärkung der Kreislaufwirtschaft und Verbesserung der Biodiversität
Seit der letzten Richtplanrevision hat sich die Stadt auch sehr wichtige Zielsetzungen vorgenommen, unter anderem das Klimaziel Netto Null bis 2040. Dieses findet nun in mehreren Abschnitten des Richtplans ihren Niederschlag, was die Grünliberalen sehr begrüssen und mit zusätzlichen Anträgen verschärft eingefordert haben. So hat das Stadtparlament den GLP-Antrag auf ein neues Kaptiel Kreislaufwirtschaft zugestimmt. Dies gibt dem wichtigen Thema in Bezug auf Netto Null das nötige Gewicht und fordert den Stadtrat auch auf, den allfälligen Raumbedarf dafür zu klären.
Die Grünliberalen freuen sich, dass mehrere GLP-Anträge zur Verbesserung der Biodiversität eine Mehrheit fanden. So müssen das Landwirtschaftskonzept ganz grundsätzlich in Bezug auf laufende Verbesserungen im Bereich Ökologie überarbeitet und die Vernetzungsprojekte weiterentwickelt werden.
Mehrheitsfähige GLP-Anträge zur Mobilitätswende: Schienengebundene ÖV-Strategie, Entflechtung um Hauptbahnhof dank Highline
Am kritischsten beurteilen die Grünliberalen nach wie vor die Massnahmen zur Umsetzung der Mobilitätsziele. Es ist aus unserer Sicht richtig und wichtig, den Modalsplit zu Gunsten von flächeneffizienten und umweltverträglichen Verkehrsmitteln zu ändern.
Die aufgeführten Massnahmen werden aber dem ehrgeizigen und richtigen Ziel nicht gerecht. Wird beim öffentlichen Verkehr weiterhin ausschliesslich auf dem Verkehrsmittel «Bus» aufgebaut und dem Veloverkehr nicht zusätzliche Beachtung geschenkt, wird der angestrebte Modalsplit – und auch die Arbeitsplatzziele – kaum erreichbar sein.
Die Stadt Winterthur muss das ÖV-Konzept grundlegend neu denken und dieses noch mehr am urbanen Rückgrat ausrichten. Das sternförmige System ist nicht mehr für eine Grossstadt wie Winterthur ausgelegt und auch innerstädtische Zug-Verbindungen sollten die Quartiere schnell, komfortabel und ohne Stau miteinander verbinden. Die Forderung der Grünliberalen nach einer Vertiefungsstudie für eine schienengebundene ÖV-Strategie wurde mit grossem Mehr im Stadtparlament mitgetragen.
Es braucht zusätzliche Massnahmen zur richtigerweise angestrebten Verdoppelung des Veloverkehrs. Das Parlament hat nach Absprachen mit den Verkehrsverbänden nun weitere wichtige zusätzliche Velorouten im Richtplan verankert und im Richtplan festgehalten, dass die Entflechtung von Fuss- und Veloverkehr wo immer möglich umgesetzt werden muss.
Die Grünliberalen begrüssen es, dass der Weiterentwicklung des Hauptbahnhofs im Richtplan ein eigenes Kapitel gewidmet wird. Es ist auch richtig und wichtig, den Güterverkehr in die Überlegungen einzubeziehen. Die bisherigen Ausführungen zur Testplanung Masterplan Stadtraum Bahnhof vermögen noch nicht zu überzeugen. Den Quartierbahnhöfen muss für die Entlastung des Hauptbahnhofs eine grössere Bedeutung zukommen. Trotzdem wird der Verkehr beim Hauptbahnhof zunehmen. Der Antrag der Grünliberalen, für eine bessere Entflechtung der verschiedenen Verkehrsträger eine Highline vom Kantonsspital bis zur Vogelsangstrasse zu prüfen, fand erfreulicherweise im Parlament eine Mehrheit.
Stärkung Wirtschaftsverkehr und Citylogistik: GLP-Antrag für Parkierungskonzept Gewerbeverkehr
Die Grünliberalen kritisieren beim Richtplan die mangelhaften Ausführungen zum Gewerbeverkehr. Es braucht wesentlich bessere Grundlagen als die bisher vorliegende Wirtschaftsverkehrstudie. Dem Wirtschaftsverkehr und der Citylogistik muss eine wesentlich grössere Bedeutung zukommen. Die Grünliberalen haben mit einem ersten Antrag das Thema aufgegriffen und der Stadtrat muss nun ein Parkierungskonzept für den Gewerbeverkehr erarbeiten.
Zitat Annetta Steiner, Kommissionspräsidentin und Vertreterin GLP:
«Die 1.5 Jahre Arbeit in der Spezialkommission waren sehr intensiv. Die vielen Absprachen und Kompromisse mit Parteien von links bis rechts sowie Verbänden haben nochmals zu klaren Verbesserungen gegenüber dem Stadtratsantrag geführt».
Zitat Markus Nater, Fraktionspräsident GLP:
«Ein grosses Merci an Annetta Steiner für ihre Arbeit als Komissionspräsidentin Richtplan, was im Rat auch von den Kommissionsmitgliedern ausgesprochen wurde. Mit ihrem grossen Fachwissen und Netzwerk konnte sie die vielen Anträge von links bis rechts einordnen, zuordnen, konstruktiv diskutieren lassen und zur Abstimmung bringen. Als lösungsorientierte Partei haben wir beim Richtplan mit unseren GLP-Anträgen die Vorlage mitgeprägt und Mehrheiten gesichert. Dies mit dem Ziel, die Entwicklung von Winterthur langfristig zu lenken, um die räumlichen Chancen und Potenziale zu nutzen.»